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Aufbau von Gutachten

Ich begutachte einen konkreten technischen Gegenstand dadurch, dass ich ihn so wie er ist vergleiche mit dem, wie er sein sollte. Dieses Soll ist in Verträgen, Normen und anderen branchenüblichen Vorgehensweisen beschrieben und stellt das dar, was die Mehrzahl der Experten so macht oder erwartet. Der Anspruch an ein Gutachten ist hoch, denn es muss für Laien verständlich und für Experten nachvollziehbar sein. Ein Gutachten beginnt mit der Zweifelsfrage sowie der Nennung des Gegenstandes und des Zwecks. Ein gutes Gutachten trennt im Folgenden dann Feststellungen von Schlussfolgerungen. Zum Schluss finden sich eine Zusammenfassung, die Unterschrift des Gutachters und – soweit erforderlich– die Anhänge. 

Die Abbildung zeigt das Inhaltsverzeichnis eines Gutachtens aus einem Fall, bei dem ein Kunde ein Notebook erhalten hatte, was nach seiner Ansicht so nicht bestellt war. Das Gutachten diente dem Zweck, Forderungen seitens des Kunden gegenüber dem Lieferanten geltend zu machen.

Die Zweifelsfrage war, inwieweit der Lieferant ihm das geliefert hatte, was er zuvor angeboten hatte. Insbesondere bemängelte der Kunde die Akku-Laufzeit und das flaue Bild. 

Ein Gutachten listet im Kapitel Feststellungen die Ergebnisse der Inaugenscheinnahme auf. In dem konkreten Beispiel schaute ich mir den Akku und die Grafikeinheit genauer an. Über weitere Parameter verschaffte ich mir einen kurzen Überblick. Ich stellte in der Beurteilung dann fest, dass die Display-Auflösung geringer als angeboten war. Darüber hinaus war die Installation der Treiber fehlerhaft. Die angebotene Akku-Laufzeit hätte weder mit dem verbauten Akku noch mit irgendeinem größeren Akku des Herstellers erreicht werden können. Dem gegenüber war ein größerer Prozessor und mehr Arbeitsspeicher verbaut worden als angeboten.

In meinem Gutachten konnte ich die Abweichungen zwischen dem vorgelegten Angebot und dem Gerät feststellen. Die Hintergründe aufzuklären, warum das Gerät nicht der Spezifikation genügte, gehörte nicht zu meinem Auftrag. Seriöse Gutachter halten sich strikt an den in der Aufgabenstellung formulierten Dreiklang aus Zweifelsfragen, Gegenstand und Zweck des Gutachtens. Würden sie nicht so handeln, riskieren sie, dass das Gutachten für den Auftraggeber unbrauchbar oder gar schädlich ist.

 
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